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21.07.2023

BIM in der Bauforschung und Denkmalpflege



Screenshot aus dem BIM-Programm mit dem digitalen Modell des historischen Gebäudes.



Building Information Modeling (BIM) hat sich in den letzten Jahren als Methode der Datensystematisierung im Neubau fest verankert. Es handelt sich grundsätzlich um eine ganzheitliche und kooperative Herangehensweise, bei der alle relevanten Informationen über ein Bauwerk in einem zentralen Datenmodell zusammengeführt werden. 

Der aktuelle Entwicklungsstand einer Übertragung dieser Arbeitsmethode in Kategorien denkmalpflegerischer Ansprüche unterscheidet sich, international betrachtet, sehr. Die Intention des freien Instituts ist es, Studien durchzuführen, die unterschiedliche Arbeitsweisen zu vergleichen und ihre Übertragbarkeit auf Belange der Denkmalpflege und Bauforschung zu prüfen. 

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]

Das Potenzial für den Einsatz von BIM-Arbeitsmethodik in diesem Bereich ist allgemein noch nicht vollständig ausgelotet. Die zahlreichen Perspektiven für Anwendung und Implementierung werfen auch viele Fragen auf, die unserer Meinung nach Anlass für konstruktive Diskussionen in der Fachgemeinschaft sein und in gemeinsamen Arbeitsproben geklärt werden sollten. 

Im Folgenden werden einige der wichtigsten Entwicklungsrichtungen und in der Vergangenheit bereits entstandene Fragestellungen aufgezeigt: 

BIM eröffnet neue Möglichkeiten für Analyse- und Simulationsvorgänge an Gebäuden.  Durch die Erstellung virtueller Realitäten über digital kreierter Modelle können Forscher diverse Szenarien testen und ihre Auswirkungen auf z. B. die Struktur, die Energieeffizienz oder andere Aspekte des Gebäudes untersuchen. Dies erleichtert die Entwicklung von innovativen Lösungen und verbessert das Verständnis für die Funktionsweise von Bauwerken und deren Vermittlung. 


 In Bezug auf die BIM-Anwendungsperspektiven in der Denkmalpflege wirft dies folgende Fragen auf: 

  • Wie kann die BIM-Arbeitsmethodik auch in der Denkmalpflege einen tieferen Nutzen garantieren? 
  • Können mithilfe digitaler Modelle und Datenmodellierung von historischen Gebäuden und Bauwerken die Dokumentations- und Analysearbeiten in gleicher Qualität aufrechterhalten oder sogar verbessert werden?


Längschnitt der Kirche durch das BIM-Programm


Es gilt, die Genauigkeit der 3D-Modellierung zu klären und Standards zu beschreiben, die helfen, Bauforschung und Denkmalpflege erfolgreich in die BIM-Methodik zu integrieren. 

Es stellt sich auch die Frage zur Nutzung der BIM-Arbeitsmethode in der Restaurierung und zur Qualität der Ergebnisse: 

  • Garantiert die Implementierung der Bauforschung als BIM-Cluster eine effektivere Planung von Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen?
  •  Lassen sich Vorhersagen möglicher Auswirkungen auf die Gebäudeperformance, Pflege und Wartung verbessern?

 

Durch BIM-Arbeitsmethodik als kooperative Methodik kann die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren verbessert werden, was Missverständnisse reduziert und eine bessere Abstimmung bei der Planung und Projektumsetzung ermöglicht. 

Es stehen noch einige Fragen mit Fokus auf Denkmalpflege an - insbesondere hier ist es von großer Bedeutung, unterschiedliche Quellen miteinander zu verknüpfen und Befunde datenbankorientiert aufzubereiten:

  • In welcher Tiefenschärfe ermöglicht eine effiziente Datenerfassung und -verwaltung die verbesserte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen? 
  • Kann die Kommunikation mit Auftraggebern und Stakeholdern in der Denkmalpflege und Restaurierung dadurch effizienter gestaltet werden? 
  • Inwieweit können meist detaillierte Analysen und Bewertungen durch die Integration von Daten aus verschiedenen Quellen in die BIM-Arbeitsumgebungen eingegliedert werden?
  • Können sie dann dabei helfen, komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bauteilen und Systemen herzustellen und dann mit ihren diversen Arbeitsclustern der Fachdisziplinen zur Verfügung zu stellen? 
  • Und letztenendlich: Wie können Hinweise zur Befundlage und Schadenerfassung mithilfe von IFC-Datenformaten (d. h. offenen Dateiformaten) in eine effektive Planung von Erhaltungsmaßnahmen einfließen?


Das Versprechen steht im Raum, durch BIM-orientierte Arbeitsmethoden in den Bereichen Denkmalschutz und Restaurierung historischer Gebäude mehrere Anwendungsperspektiven zu erreichen. Das wirft aber auch Fragen auf, deren Antworten in naher Zukunft durch experimentelle Methoden gefunden werden müssen. In diesem Sinn strebt unser Vorhaben danach, eine präzise Definition und Festlegung der Methodik und Prozesse für die Bauforschung und Denkmalpflege zu ermöglichen. Das Ziel ist es, Arbeitshilfen für die verschiedenen Tätigkeitsebenen der BIM-Anwendungsmethodik in der Denkmalpflege zu entwickeln.